Die Prinzessin
Es war einmal ein winzig kleines, verträumtes Königreich. Regiert wurde es von einem ältlichen König und seiner schönen Gemahlin. Die beiden hatten eine Tochter, deren Vater allerdings der überaus gut aussehende junge Kutscher war und nicht der König; aber das war der Königin Geheimnis. Da ihr der überaus langweilige eheliche Verkehr mit der greisen Majestät tierisch auf den Wecker ging, entschloss sie sich, das Königreich zu verlassen. Sie erklärte ihrem Gemahl, er solle sich nach einer Gattin umsehen, die ihm Söhne schenken könne und er ließ sie schweren Herzens gehen, hatte er doch nicht die geringste Lust, sich nochmals zu binden und außerdem war er als König unsterblich, wozu dann einen Nachfolger zeugen.
(Jahre später wurde die Königin in einem Kaufhaus in Recklinghausen gesehen, zusammen mit ihren drei kleinen Söhnen, deren Vater sie wegen einer jüngeren verlassen hatte. Es stellt sich die Frage, ob ein Leben als Königin nicht doch besser war, als das einer Alleinerziehenden in Recklinghausen oder sonstwo. Doch das nur am Rande.)
Zurück ins kleine Königreich. Die Prinzessin, inzwischen schon etwas über dem heiratsfähigen Alter wollte vermählt werden. Der König, der eigentlich keinen Mann im Hause haben wollte, der ihm seinen Thron hätte streitig machen können und außerdem nicht gewillt war, sein Schloß in einen Heiratsmarkt zu verwandeln und unzählige dahergelaufene Freier zu verköstigen, zeigte sich nur unter der Bedingung einverstanden, daß sie ihm einen jungen Mann vorstellen könne, er diesen dann testen wolle und bei Nichtgefallen müsse die Tochter in das eigens für diesen Zweck errichtete Kloster eintreten.
So kam es, daß die Prinzessin das Schloß verließ, um sich nach einem geeigneten Ehemann umzuschauen. Sie brauchte nicht lange zu suchen, gleich am ersten Stand des königlichen Marktes stand der Jüngling ihrer Träume. Blond, blauäugig, von sportlicher Gestalt und als sie ihm in Aussicht stellte, Prinzgemahl zu werden, folgte er ihr willig. Der hübsche Freier wurde dem König vorgeführt, um von ihm begutachtet zu werden. Dieser fand in jedoch zu schön, um ein richtiger Mann zu sein. Er bat ihn, sich zu entkleiden damit man seine Männlichkeit sehen könne. Errötend entkleideter er sich und als er nun, wie Gott ihn schuf, fröstelnd dastand, bot zwar seine Männlichkeit keine Zweifel mehr, jedoch ein güldenes Schräubchen in seinem Bauchnabel erregte die Aufmerksamkeit des Königs. Dieser schickte nach dem Uhrmacher des kleinen Königreiches, denn nur dieser hatte Schraubenzieher in passender Größe und besaß genug Feingefühl, vorsichtig das Schräubchen zu entfernen. Kaum war dies jedoch geschehen, fiel dem verschreckten Jüngling der Arsch ab und das kleine Kloster hatte seine erste Nonne.