Cook Islands
Wegen der Datumsgrenze fliegen wir Sonntags in Neuseeland ab und kommen Samstags um 23:00 Uhr in Rarotonga an. Es ist heiss mit hoher Luftfeuchtigkeit. Und das Südseeklischee schlägt sofort zu. Wir werden von tanzenden, singenden Einheimischen in den typischen Pareos gekleideten Menschen empfangen und bekommen einen Blütenkranz umgehängt. Im gebuchten Hotel angekommen merken wir sofort, es ist nichts, so wie im Prospekt angekündigt. Auch hat nicht, wie beschrieben, die Bar bis 2 Uhr auf, es ist alles verrammelt. Auf dem Tisch liegt eine Nachricht, das Frühstück stehe im Kühlschrank. Auf dem Kühlschrank stehen ein Wasserkocher und eine Schale mit Instantkaffee, Trockenmilch, Teebeutel, Zuckertütchen und ein paar Kekse. Im Kühlschrank zwei Jogurts. Die Kneipe gegenüber macht gerade zu und wir erstehen noch schnell ein Sixpack Bier für 30 Dollar.
Am nächsten Morgen können wir dann den hoteleigenen Strand besichtigen. Genauso enttäuschend, wie das ganze Hotel jetzt bei Tageslicht betrachtet. Und hier sollen wir nun vier Wochen verbringen?? Und so viel Geld dafür bezahlen? Nee. Wir machen einen Spaziergang am Strand entlang und finden eine wunderschöne, urige Strandbar. Ein grell geschminkter Transvestit in paradiesvogel-artiger Kleidung bedient uns mit fast mütterlicher Fürsorge. Wir erzählen ihm von unserer Enttäuschung über das Hotel und er weiss sofort rat. Die Strandbar gehört zum Manuia Beach Hotel. Ein Bungalow gleich in der ersten Reihe ist noch frei und alles zum gleichen Preis, wie unser gebuchtes Hotel. Wir sind begeistert und da es in Neuseeland ja schon Montag ist, rufen wir das Reisebüro an und die erledigen die Umbuchung und alles andere für uns sofort. Wir brauchen nur noch unser Gepäck zu holen . Wir mieten ein Auto und erkunden die Insel. Es ist traumhaft schön und wir fangen an, uns wohl zu fühlen. Abends wird das Essen in der Strandbar, die während unseres gesamten Aufenthaltes Frühstücksraum, Bar und Speisesaal ist, ein. Am Boden nur feinster Sand. Nach dem Essen kommt Big Mama mit ihren Musikern und einer Südseeschönheit, die für uns tanzt und später werden alle Gäste in Sachen Südseetanz von ihr eingewiesen. Es macht ungeheuer viel Spass.
Wolfgang mietet am nächsten Tag einen Motorroller, muss aber noch einen Führerschein dafür machen. Dazu begibt man sich zur Polizeiwache im Ort, füllt einige Formulare aus, fährt eine Runde unter Aufsicht ums Haus und bezahlt 15 Dollar. Der Führerschein ist genau ein Jahr gültig. Hab mir auch einen gekauft. Als Souvenir. Musste aber nicht fahren, dafür aber versprechen es auch nicht zu tun. Nun sind wir auch mobil. In der Stadt besorgen wir uns Schnorchel und Taucherschuhe, die wegen der Korallen unbedingt notwenig sind, was wir gleich bewiesen bekamen. Ein deutsches Ehepaar aus unserem Hotel war mit dem Kanu zu weit rausgefahren, am Riff gekentert und die Frau hatte sich schwere Abschürfungen an den Füssen und den Beinen geholt. Wir brachten sie ins Krankenhaus, da ihr Mann so durch den Wind war, dass er sie noch verrückter machte als sie ohnehin schon war. Die Arme hat dann noch vier Tage gelitten, die Schürfwunden hatten sich entzündet und als das Bein immer bedrohlicher anschwoll, zogen sie es vor, sofort nach Auckland zu fliegen. Das Krankenhaus in Rarotonga ist nicht sehr gut ausgestattet, also bitte dort nicht ernsthaft krank werden!!!
Tage des absoluten Faulseins folgen. Strand, schnorcheln, and die Bar, in den Liegestuhl oder auch mal in die Hängematte und abends zu einem der vielen Lokale zum Essen (die Speisekarte im Hotel war nicht sehr gross) und wieder zurück zur Bar. Nachmittags ist ab und zu Programm, z.B. "Tausend Möglichkeiten einen Pareo zu binden" oder "Blütenkränze herstellen". Da Wolfgang schon in Deutschland beim stöbern in Reiseführern Aitukaki zu seiner Trauminsel erkoren hatte, hatten wir eine Woche dort gebucht.
Wir kommen auf dem winzigen Flughafen an und werden zu unserem Resort gebracht. Weit ab von allem beziehn wieder einen Bungalow direkt am Strand, der allerdings nicht besonders schön war. Und zu allem Überfluss regnet es in Strömen. Wolfgang ist total sauer, weil enttäuscht....das sollte nun seine Trauminsel sein??? Der Speisesaal des Resorts ist riesengross und gleicht einer Mensa. Um von dem Resort wegzukommen muss man für viel Geld ein Moped mieten, was wir nur einmal taten und die Insel erkundeten. Sehr beschaulich. Während der Lagoon-Tour werden wir auf One Foot Island "ausgesetzt". Und da steht dann diese eine Palme, die anscheinend in fast allen Prospekten der Südsee abgebildet ist. Es ist so traumhaft fast kitschig schön und ruhig hier, das Wasser ganz klar. Nur entdecken wir beim Schnorcheln, dass die Unterwasserwelt leider viel Farbe "verloren" hat.
An einem Abend ist grosse Tanzvorstellung. Muss sagen, diese Gruppe war die beste, die ich während der ganzen Zeit in der Südsee gehört und gesehen habe. Die Tänzerinnen und Tänzer waren spitze und die Musiker einsame klasse. Zum Chor gehörten auch einige sehr alte Damen, die so eindrucksvoll sangen, dass man Gänsehaut bekam. Dass hinterher wieder jeder aus dem Publikum auf die Tanzfläche geholt wurde und teilweise grotesk aussehende Verrenkungen zum besten gaben trug dann sehr zur Erheiterung der Einheimischen bei. So hatten sie auch ihren Spass.
Nach unseren ersten vier Wochen Südsee werden wir am Flughafen von Rotorua von unseren Vermietern, inzwischen guten Freunden, am Flughafen abgeholt. Um unsere Eingangstür haben sie einen Kranz gebunden und ein Welcome-Home-Schild aufgehängt. Wir waren zu Tränen gerührt. Es war wirklich wie nach hause kommen.c/o balticcm.com